Rolf Schälike ist Spezialist im Fachgebiet Buskeismus. Sie wissen nicht, das das sein soll? Nun - Andreas Buske ist der Vorsitzende Richter der Pressekammer am Hamburger Landgericht und bekannt für Urteile der ganz besonderen Art. Die fasst Schälike mit dem Begriff "Buskeismus" zusammen. Ex-Kanzler Schröder, Caroline von Monaco oder Gregor Gysi - sie alle sind mit Prozessen vor das Hamburger Landgericht gezogen. Schälike mutmaßt deshalb, weil die Kammer anders urteilt als andere deutsche Gerichte. Er selbst war durch ein Urteil des Landgerichts betroffen, seither dokumentiert er akribisch die Fälle jenes Richters Buske - zuletzt das umstrittene Forenurteil gegen den Heiseverlag und ein bemerkenswertes Urteil zur Zensur des Google-Indexes. OskarMaria, 03.05.2006

Mario Dolzer scheint seine Domains in Sicherheit zu bringen. Früher firmierte er hinter der Universal Boards GmbH & Co. KG, später trat er dann mit der Netpay GmbH in Erscheinung. Und macht man heute eine Whois-Abfrage bei einigen seiner Domains, dann landet man plötzlich in (Domain)-Engelland. Die sind jetzt registriert auf eine Solutions-World LTD., Suite C4, 1st Floor,  New City Chambers  36, Wood Street,  Wakefield. Na wenn das keine Spitzenklasse-Adresse ist - für so eine englische Limited, die man für eine Hand voll Pfund inzwischen an jeder Ecke im Internet kaufen kann. Es scheint sich damit zu bestätigen, dass seine hiesigen Geschäftsmodelle sich in vielfältigen Prozessierereien verflüchtigen - also wurde das Inventar schon mal auf die Insel verschickt. OskarMaria, 25.04.2006

Ben Jacobsen spielt gerne mit Modelleisenbahnen. Zur Steuerung der Züge, Weichen und Bahnübergänge hat er das OpenSource-Programm JMRI geschrieben. Das gefiel der amerikanischen Firma KAM nicht so dolle, denn die verkauft ähnliche Software für harte Dollars. Und hat ihre Angebote mit zahlreichen Patenten abgesichert. Also schickten sie Ben Jacobsen schnell mal ne Rechnung über 203.000 USD. Für jeden der 7000 Download bei SourceForge soll er 29 Dollar Lizenzkosten löhnen. Doch Ben Jacobsen lässt sich dann doch nicht so schnell einschüchtern - in einem Schreiben an die beauftragte Anwaltskanzlei reklamierte er, dass sein Programm bereits vor Einreichung des Patentantrags entwickelt worden wäre.

Den Fortgang der Auseinandersetzung kann man auf Ben Jacobsens Webseite verfolgen. Wollen wir hoffen, dass er sich mit seiner Argumentation durchsetzt. Ansonsten ist diese Auseinandersetzung ein gutes Beispiel dafür, warum Softwarepatente in Deutschland niemals gesetzlich zugelassen werden sollten. OskarMaria, 21.04.2006

Auf der Suche nach einem Zitat habe ich bei Google nach folgenden drei Begriffen gesucht: Freie, Rede, Waffe. Und über 800.000 Seiten mit meist unbrauchbarem Zeugs gefunden. Aber unter jeder Seite fand ich folgende Mitteilung: "Aus Rechtsgründen hat Google 3 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org." Eine genaue Erläuterung fehlte – die URLs würden blah, blah, blah gegen Gesetze der USA oder irgendwelchen anderen Ländern verstoßen.

Google – so geht das nicht. Denn ich bin sicher, genau diese drei Seiten habe ich gesucht - spätestens jetzt. Wenn Webseiten gegen Gesetze verstoßen, dann kann man per Gericht solche Seiten schließen. Sind die im Ausland untergebracht, dann können die dortigen Gerichte eingeschaltet werden. Aber – in keinem Fall und ich betone das – IN KEINEM FALL kann Google, eine Privatperson, eine Firma oder eine Behörde entscheiden, welche Webseiten gesetzeswidrig sind. Das ist Zensur und die verstößt wirklich gegen ein Gesetz – gegen das Grundgesetz. Ich zitiere aus Artikel 5: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt OskarMaria, 21.04.2006

Sorin R. aka CoolaShacka bleibt zwar weiterhin abgetaucht, dafür kann man seine geplatzten Internetaktivitäten im Netz bewundern. Beim Archivieren alter Beiträge der Boardnews hat der Autor mal ein paar Links überprüft. Einige davon waren tatsächlich noch aktiv. Unter csw.vu (CoolaShackaWarez) und dem ehemaligen Redirektor scene.as sind keine Inhalte hinterlegt, aber scenehost.com zeigt, dass er mal als Internethoster reüssieren wollte. So gut war die Idee nicht, das zeigt schon die falsch konfigurierte Seite www.it24service.de. Und auch den Shop mit Kindersachen hat er wohl nicht weiter verfolgt. Dafür hat der Redirektor dd.vu noch einige Kunden. Gebunkert ist das alles auf dem gesponserten CSB-Forenserver - wer all die teuren (vu & as)-Domains und die unnötigen IP-Nummer bezahlt, will der Autor gar nicht so genau wissen. OskarMaria, 19. April 2006

Andreas & Manuel Schmidtlein hatten am Mittwoch Besuch. Zwischen zwanzig und dreißig Demonstranten waren mit Megaphon bewaffnet zu ihrem Domizil gepilgert und hatten - ordentlich angemeldet - vor ihrem Haus demonstriert. „Abzocke im ganzen Land, organisiert den Widerstand“, schallte es nachmittags durch eine beschauliche Straße in einem Ort nahe dem hessischen Groß Gerau. Dabei waren auch zwei Fernsehteams, die der kleinen Demo die große Öffentlichkeit verschafften. Das famose Brüder-Duo ist bekannt für seine fragwürdigen Internet-Angebote. Früher wurden Schüler auf Hausaufgaben.de gelockt und fingen sich teure Dialer ein. Inzwischen haben sie Rudel von ...-heute-Domains ins Netz gestellt, zB hausaufgaben-heute.com, lehrstellen-heute.com oder vornamen-heute.com. Auf vielen dieser Seiten wurde mit Gewinnspielen und dem Begriff gratis geworben, die tatsächlichen Kosten nach Meinung zahlreicher unfreiwilliger Kunden aber bestens verschleiert. Wer sich anmeldete, ging ein langfristiges und teures Abonnement ein. Nach Auskunft einiger Geschädigten erhielten diese Rechnungen über 84 Euro pro Jahr mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren.
Vor ein paar Wochen hat die Verbraucherzentrale die Schmidtleins gleich sechzehnfach abgemahnt. Seither sind die Seiten bezüglich der Kosten etwas transparenter gestaltet. Doch im Moment wird noch verhandelt, ob die Seitengestaltung allen rechtlichen Anforderungen genügt.
Der Autor meint - solch eine Demonstration ist eine gute Sache, denn es bringt solch geschäftliches Gebaren in eine breite Öffentlichkeit. Doch bei der großen Anzahl von Personen, die sich durch die Geschäftspraktiken der Brüder geschädigt fühlen, sollte beim nächsten Mal doch eine machtvolle Demonstration zusammen kommen.
OskarMaria, 14.04.2006

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

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