Carola Enning betreibt die Hausfrauenseite. Aktuell berichtet sie von ihrem Ärger mit Base. Ohne je Interesse an diesem Angebot gehabt zu haben, soll sie angeblich dort Kundin geworden sein. Anrufe, Briefe und eMails - alles blieb wirkungslos, Base wollte die gekeilte Kundin nicht mehr aus den Fängen lassen und zog das volle Programm durch: Zuerst Rechnungstellung - der widersprochen wurde, dann Lastschrift - die zurückgewiesen wurde, dann Mahnungen, anwaltliche Mahnungen und schließlich der Mahnbescheid - dem ebenfalls widersprochen wurde. Krönung war dann die Nachricht der Bank, dass Frau Enning einen negativen Schufa-Eintrag erhalten hätte - bei bestrittenen Forderungen total unzulässig. Jetzt gilt es für sie auch noch an der Schufa-Front zu kämpfen. Offensichtlich eine übliche Praxis vieler Telefondienstleister mit den Kunden umzuspringen - der Autor kann selbst ähnliche Arien singen.
OskarMaria
, 23.07.06.

OskarMaria war mal wieder für ein paar Wochen untergetaucht. Zuerst hatte ein veritabler Brand in einem Nachbargebäude seine Wohnung völlig eingerußt und einige Zimmer unbewohnbar gemacht. Dann als der schwarze Film endlich weggeputzt war, kamen die heißen Sommertage. Und da sitzt es sich angenehmer in Gartenwirtschaften als vor dem Computerbildschirm. Aus dem dösigen Sommerschlaf reißt schließlich eine eMail-Anfrage: "Da sammle Gulli Spenden für einen neuen Boad-Server - was OskarMaria eigentlich davon halte?"

Plötzlich ist OskarMaria hell wach und strotzt vor Unternehmungsgeist - trotz der Hitze. Spenden für Gulli - das ist nach seiner Meinung etwa so, wie wenn ein Türsteher in der Hamburger Herbertstraße mit dem Klingelbeutel vor dem Einlass stünde. Und um eine milde Gabe für den Kaschemmenbetreiber bitten würde - oder so ähnlich. Grund genug zum kommenden Wochenende endlich den lang geplanten Beitrag zum aktuellen Geschäftsgebaren jenes "Untergrundportals" zu veröffentlichen. OskarMaria, 19.07.06.

Zwei Tage können lang sein. Niemandem im Skatsboard fiel auf, dass eines seiner Leitungsmitglieder seinen virtuellen Hut, pardon, ihr Köfferchen genommen hat. Glühwürmchen, Administratorin und eine der rührigsten Diskutantinnen des Boardes tritt ab. Gestern Nachmittag informierte Chefadministrator Bandwurm in gewohnt knapper Art die Mitglieder seines Boardes über diesen Vorgang. Fragen konnten da nicht ausbleiben. Die ob des kargen Informationsgehaltes seiner Mitteilung alsbald aufgetauchten Spekulationen scheinen dem Autor mit dieser kleinen Reminiszenz von Loddarnewyork auf einen naheliegenden Punkt gebracht. Es hat Fälle gegeben, in denen frustrierte oder müde gewordene Board-Verantwortliche ihr angestammtes Board mit Sack und Pack verliessen. Anders gesagt, mit Nick und Pic. Allermeistens blieb dabei noch etwas zurück. Die Boardnachrichten wünschen Ex-Administratorin Glühwürmchen von hier aus alles Gute und dass es nicht allzu lange dauert, bis ihr das auffällt. Eddy, 12.06.2006

Arne Klempert wurde zum Geschäftsführer der neu zu gründenen Geschäftsstelle des deutschen Wikimedia-Vereins ernannt. Der Mann sollte eigentlich qualifiziert sein, denn er wurde aus über 60 Bewerbern ausgeguckt. Dumm nur - Klempert war bisher zweiter Vorsitzender des Vereins. Da kommt man in Rechtfertigungszwang: Eine unabhängige Findungskommision habe die Bewerbungen geprüft, zudem habe Klempert für die Zeit seine Ämter ruhen lassen.
Ein gemeinnütziger Verein und eigene finanzielle Interessen der leitenden Mitglieder passen nicht zusammen. Das riecht und zwar ziemlich stechend. Klempert ist nicht einmal von seinem Amt zurückgetreten, als er seine Bewerbung eingereicht hatte. Da hätte es ein/e Andere/r sowieso schwer gehabt. Es wird Zeit, dass die Mitglieder des einzigartigen Wikimedia-Projekts ihren gewählten Vertretern besser auf die Finger schauen. OskarMaria, 15. 05.2006

Stefan Zwanzger ist auf der Flucht vor den Steuern. Der Mann will im Internet Geld verdienen und betreibt dazu die Seiten Geldverdienst und Affiliate. Da sind Steuern eher hinderlich. Zuerst zog es ihn in die Slowakei, wegen der dortigen Flat-Tax. Doch dort drohe ein Regierungswechsel, meint Zwanzger und will jetzt nach Dubai umziehen. In den Emiraten gibt es dank des sprudelnden Erdöls gar keine Steuern, noch nicht mal eine ordentliche Buchführung wird von den Unternehmern verlangt.
Auf den Zwanzger kann der deutsche Fiskus locker verzichten, Probleme haben eher deutsche Verbraucher mit solchen Firmensitzen. Zum Beispiel ist in Dubai neuerdings die Firma Verimont FZE LLC angesiedelt, die Seiten wie Simsen.de oder Firstload.de betreibt. OskarMaria, 10.05.2006

Christian Riesen aka Simon Moon aus Frauenfeld in der Schweiz wartet noch immer auf eine Anklage. Der ehemalige Betreiber der eMule-Seite Sharereactor wurde vor mehr als zwei Jahren von der Polizei vorgeladen, seine Computer beschlagnahmt & Sharereactor geschlossen. Der Schweizer Staatsanwalt Marcel Ogg will ihn wahrscheinlich wegen gewerbsmäßiger Verletzung des Urheberrechts anklagen, räumt aber ein, dass der Fall zahlreiche rechtliche Fragen aufwerfe. Offensichtlich musste sich bisher in der Schweiz noch kein Gericht darüber Gedanken machen, ob es verboten ist, Links auf eventuell rechtlich bedenkliches Material zu veröffentlichen. Und auch das Schweizer Urheberrecht scheint in diesem Fall alles andere als hilfreich zu sein. Schön, dass bei solch einer unklaren Situation, die Musiklobby Safe auf die großzügige Unterstützung der Schweizer Staatsorgane rechnen und vollendete Tatsachen schaffen konnte. OskarMaria, 09.05.2005

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

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