Dj-Michael ist gerade auf Tour, von New York bis Frisco legt er in diversen US-Clubs Salsa-Scheiben auf. Vor seinem Fahrtantritt hatte er aber noch Zeit, dem Autor eine dicke Rechnung zu schreiben. Knapp 300 Euro solle OskarMaria dafür bezahlen, dass der das Urheberrecht des DJs verletzt hätte.
Unter dem Alias Weltenbummler hätte ich in einem Blog bei livejournal.com nämlich haufenweise CD-Besprechungen des DJs ohne dessen Einverständnis veröffentlicht. Durch die Verwendung der Subdomain „fkgm.livejournal.com“ und anhand der IP-Adresse wäre dieser Sachverhalt einwandfrei bewiesen. Und bevor ich ihm antworte, solle ich mich doch durch einen Rechtsanwalt oder durch einschlägige Webseiten beraten lassen.
Wenn Schreiben mit einer doppelten Unwahrheit beginnen, werde ich pampig. Ich betreibe keinen Blog auf fremdem Terrain, noch hatten sich meine IP-Nümmerchen bis zu diesem Zeitpunkt nie auf livejournal.com verirrt. Zwar betreibt der Autor das Forum "Freundeskreis guter Musik" kurz fkgm.de , doch was soll das mit jenem anonymen Blog zu tun haben? Entsprechend fiel die Antwort auch aus.
Doch immerhin hat der Autor dadurch etwas gelernt. Dass man bei Livejournal.com offensichtlich ungestört anonym bloggen, fremde Texte veröffentlichen und sogar sorglos Musik tauschen kann. Letzteres dürfte das größere Urheberrechts-Problem jenes anonymen Musikliebhabers sein, sollte der je erwischt werden.
OskarMaria, 25. Juni 2007

Sorin R. alias CoolaShacka, gescheiterter Internet-Pirat und Dialertrickser, bekennt in seinem CSB-Forum: “Ich war süchtig!“ Und berichtet, dass er mit übermäßigen World Of Warcraft-Spielereien Beruf und Partnerin vergeigt hätte. Zehn Stunden werktags, 40 Stunden an den Wochenenden, hätte er in der virtuellen Welt verzockt. Jetzt will er sein Leben wieder besser organisieren und das Fachabitur nachholen. Doch gelernt hat er wohl nichts daraus – in einem anderen aktuellen Thema und per eMail an die CSB-Mitglieder bettelt er um den nächsten Schuss. Jetzt sollen die Leute wieder Geld für seine diversen privaten Internet-Spielereien löhnen. Denn der Server, ein besonders teures Stück in den USA, müsse weiter finanziert werden. Es ist zu befürchten, dass die Benutzer ihm wieder eine Jahresration virtuelles Dope finanzieren werden.
OskarMaria
, 11.09.2006

Thomas H. wäre gerne ein erfolgreicher Geier geworden. Unter den Domains sms-geier.de und tinten-geier.de wollte er Dienstleistungen im Internet anbieten. Das scheint nicht geklappt zu haben, denn die Domains sind im Moment nicht mehr zu erreichen. Jetzt hat Thomas jede Menge Zeit und profiliert sich derweil in seinem Plauderforum als hyperaktiver Administrator. Unter dem Nick Bandwurm bastelt, administriert und reguliert er dort, dass es eine wahre Freude ist. Und gebärdet sich dabei so lästig, wie sein Alias Bandwurm es vermuten lässt. Das musste vor ein paar Tagen auch unser Autor Eddy erfahren. Der hatte bei den Optionen jenes Forums angegeben, dass er von niemandem und durch nichts kontaktiert werden will. Solch eine dreiste Inanspruchnahme regulärer Softwareoptionen konnte natürlich Bandwurm Tommy nicht dulden. Der fühlte sich wohl in seiner Wichtigkeit nicht angemessen respektiert und verfrachtete den unbotmässigen Besucher flugs in eine geheimnisvolle Benutzergruppe. Seine Lieblingsgruppe, wie er erklärend schreibt - wer so klassifiziert ist, besitzt auf seinem Forum keinerlei Schreibrecht.
OskarMaria, 25.08.2006

Milan Kundera, Schriftsteller, scheint den Titel seines bekanntesten Romans inzwischen vergessen zu haben. Sein Werk Von der unerträglichen Leichtigkeit des Seins spielt mitten im Prager Frühling und erzählt von den vielfach verschachtelten Liebschaften eines Prager Gehirnchirurgen. Der Tscheche Kundera ist in den siebziger Jahren nach Frankreich ausgewandert. Seine neusten Bücher veröffentlichte er sogar in französischer Sprache - der Titel L’identité (Die Identität) ist 1998 erschienen, aber offensichtlich nicht in tschechischer Sprache erhältlich. Ein Blogger hat den Band auf eigene Faust übersetzt und unter totoznost.blogspot.com veröffentlicht. Solch eine Leichtigkeit des Seins fand Milan Kundera dann doch unerträglich. Und verlangte über seine Agentur von Google, dem Betreiber von blogspot.com, die unverzügliche Entfernung der unautorisierten Übersetzung – was wohl dann schnell passiert ist. Denn totoznost.blogspot.com ist nicht mehr erreichbar.
OskarMaria, 20. August 2006

Michael C. und seine Firma newadmedia versuchten immer wieder mit höchst umstrittenen Geschäftsmethoden im Internet den schnellen Reibach zu machen. Seiten wie probino.de (Gratisproben) oder simsen.de ("kostenlose" SMS) hatte die Firma ins Netz gestellt. Sohnemann Brian war auch feste mit dabei und hatte laut Unterlagen eines Werbepartners für Werbung auf bitreactor.to gut kassiert. Nachdem immer mehr Menschen sich betrogen gefühlt und Anzeige erstattet hatten, kam im Januar Polizei und Staatsanwaltschaft zu Besuch und beschlagnahmte Unterlagen am Firmensitz im hessischen Hochheim. Jetzt ist die Firma pleite - gegen Michael C. wurde am 4. August das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Wiesbaden eröffnet. OskarMaria, 08.08.2006

Jani Taskinen hat vorerst genug. Der Mitentwickler der beliebten Scriptsprache PHP wirft den Bettel hin. Die Bombardierung eines UN-Beobachterpostens im Libanon durch israelisches Militär, der Landsleute von ihm zum Opfer fielen, scheint der Tropfen zu sein, welcher das Fass für den Finnen zum Überlauf brachte. "Solange das Projekt PHP von einer israelischen Firma unterstützt wird, möchte ich nichts (mehr) damit zu tun haben.", so Taskinen aka sniper sinngemäss im IRC und bekräftigte dies mit dem Wunsch nach Löschung in der php.internals-Newsgruppe.

Obwohl das Ganze sehr nach einer Kurzschluss-Reaktion Taskinens aussieht, bedauert _und_ begrüsst der Autor seinen Schritt gleichermassen. Mit sniper verliert die Gemeinde einen aktiven Entwickler, der PHP über Jahre massgeblich mit vorangetrieben hat.

Das Internet blieb währenddessen ebenfalls nicht stehen. Es hat sich zu einem immer bedeutender werdenden Transporteur politischer Inhalte gemausert, mittels unter anderem PHP-basierender Web-Projekte. Da konnte und durfte es nicht ausbleiben, dass der aktuell tobende Nahost-Konflikt auch hier seine Spuren hinterlässt. Im Nahen Osten - staubige Spuren von Soldaten und lärmenden Kettenfahrzeugen, die das libanesische Land erschüttern. Hier - digitale Spuren - ein leiser, doch nachdrücklicher Protest eines finnischen Programmierers, der mit seinem Ausstieg aus dem renommierten PHP-Projekt ein Zeichen gegen Gewalt setzt, welche sich um die lautstarken Proteste der realen Welt offensichtlich wenig schert. Als solches ist es zu begrüssen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die politischen und militärischen Führer Israels von diesem Vorgang keinerlei Kenntnis bekommen werden, und wenn doch, ihn unter Sonstiges abhaken würden. Solange er allein steht... Eddy, 30.07.2006

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

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