redtubeBei der aktuellen Porno-Abmahnwelle der Anwälte Urmann und Kollegen stellt sich allenthalben die Frage, wie die Firma an die IP-Adressen der Nutzer gekommen ist. Denn im Gegensatz zum Filesharing können diese nicht so einfach ermittelt werden. Eigentlich sind nur der jeweiligen Streamingplattform die IP-Adressen der Nutzer bekannt. Wie man trotzdem ganz ohne Hexerei diese ermitteln kann, will ich nachfolgend erklären.

Ausschließen will ich Methoden, wie sie Nachrichtendienste benutzen –  es gibt sicher keine Möglichkeit für die Abmahner sich in Leitungen einzuklemmen, Deep-Packet-Inspektionen vorzunehmen oder mit Viren auf Computern der Nutzer solche Aktionen durchzuführen. Dafür fehlen solch Internetabzockern die technischen und finanziellen Möglichkeiten. Es geht ja schließlich mit etwas Phantasie auch wesentlich einfacher:

Beispiel Eins:
Man stellt zunächst einen oder mehrere billige Schmuddelfilme bei RedTube ein. Und platziert eine Anzeige dazu, die auf dem eigenen Webserver (AD-Server) liegt. Redtube schreibt dazu in den AGBs:
"Usage Information - Collection and Use by Advertisers and Others
RedTube allows other companies to display advertisements using the Service. These companies use technology to deliver advertisements you see using the Service directly to your browser. In doing so, they may automatically receive your IP address..."
Auf deutsch: RedTube erlaubt anderen Firmen Werbung zu schalten. Diese Firmen können Werbung direkt an Ihren Browser ausliefern. Dabei erhalten sie Ihre IP-Adresse...

Mit ein paar Scriptzeilen werden dann im einfachsten Fall Zählpixel (oder gestaltete Anzeigen) vom AD-Server abgerufen, wenn der Film gestartet wird. Und erneut wenn der Film zu Ende ist oder abgebrochen wird.

Im Log-File des AD-Servers finden sich dann die IP-Adressen samt Zeitstempel zum Anfang und Ende des Films. Und die angesprochene simple Software wertet einfach automatisch die Log-Files aus und bestimmt dabei den Internetprovider zu den IP-Adressen.

RedTube gehört wohl zum Porno-Konzern Mindgeek, der bis vor kurzem noch als Manwin firmierte. Anzeigen werden via Trafficjunky.net geschaltet. Dort wird gezeigt, wie man gezielt seine Werbung platzieren kann – z.B. nur für deutsche Besucher und für bestimmte Keywords (Schlüsselworte). Solche gezielte Werbung macht diese für die Fallenstellerei schließlich erschwinglich.

Beispiel Zwei
Man stellt einen oder mehrere billige Schmuddelfilme bei RedTube ein. RedTube ermöglicht über ihre komfortable API wie z.B. Youtube auch, eigene Inhalte auf anderen Webseiten anzuzeigen. Damit könnte man eine Pseudo-RedTube-Seite auf einer eigenen Domain (zB retdube.com) bauen und die Filmchen von RedTube via deren Programmierschnittstelle einbinden. Alle API-Aufrufe zu RedTube werden dann auf der eigenen Seite entsprechend protokolliert und wie im Beispiel Eins ausgewertet. Das alles wäre technisch etwas aufwändiger, aber ebenfalls leicht machbar.

Beispiel Drei - Kundengewinnung
Damit sich das alles auch lohnt, muss man schließlich auch dafür sorgen, dass möglichst viele Leute sich in die aufgestellte Falle verlaufen. Das geht etwa so:

Es gibt Anbieter für Gratis-Pornoseiten im Netz, die ihr Geld damit verdienen, dass sie beim Anklicken eines Bildes oder eines Films, die Nutzer auf eine andere Webseite weiterleiten. Also bucht man bei diesen Anbietern etwas Traffic für die eigene Seite. Dabei kann man sich aussuchen, aus welchem Land oder Region die Besucher kommen sollen, ob sie mit dem PC, Tablet oder Smartphone im Internet unterwegs sind usw und bekommt so gezielt Besucher auf seine Webseite. In der Branche wird dies als "skimmed Traffic" bezeichnet. Es gibt aus der Browser-History Hinweise einiger Betroffener, dass dies im konkreten Fall genau so gemacht wurde.

Wie man sieht - alles keine Hexerei und mit einfachsten technischen Mittel zu erledigen. Aber egal wie, in jedem Fall handelt es sich nach meiner Ansicht um eine Fallenstellerei im Internet, um organisierten Betrug, der eigentlich strafrechtlich zu verfolgen ist.

Kurznachrichten & Personalien

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

Piraten lassen das Kapern nicht

Der Blogger Robert Basic will ein neues Projekt unter der Domain buzzriders.com starten. Der Branchendienst Heise meldete dazu, dass die entsprechende Domain buzzriders.de von einem Domain-Grabber von den britischen Jungferninseln registriert worden wäre. Doch so weit muss man eventuell gar nicht fahren, wahrscheinlich kann man die Domain bereits in Bochum abholen.
Eigentlich ist es eine dreiste Angelegenheit. Auf der Hauptinsel Tortola der Britischen Jungferninseln gab es bis zum Jahr 2006 einen katholischen Priester namens Peter Brannelly . Und merkwürdigerweise tauchte diese Name in unterschiedlicher Schreibweise als Peter Branelly oder Peter Brannelly als Ansprechpartner für eine Netsol Ltd in Road Town auf Tortola auf, der für die Registrierung zahlreicher Domainnamen verantwortlich zeichnet, darunter zahlreiche Pornoseiten.
Noch merkwürdiger allerdings ist, dass es bei den Domains immer Verbindungen zu einer deutschen Firma gab und gibt. Mal wurde als Registrar die Firma Fliks GmbH in Bochum angegeben, mal ist als Nameserver „fliks.net“ angegeben, irgendwie lässt sich meist eine Verbindung zu der Firma von Randolf J. aka Gulli herstellen.
Die Domain buzzriders.de wird im Moment bei Sedo zum Verkauf angeboten. Wahrscheinlich würde auch ein Angebot nach Bochum genügen.
OskarMaria, 14.02.2010

Frauengewalt gegen Gewalt gegen Frauen

Regina Halmich ist Schirmfrau des Deutschen Olympischen Sportbunds für dessen Aktionstag am 25. November 2010 zum Thema „Gewalt gegen Frauen". Kampfsportvereine sollen mit diesem Aufruf dazu bewogen werden, spezielle Kurse für Frauen anzubieten. Denn solch ein Sport stärke das Selbstvertrauen und mache selbstbewusst, wird der ehemaligen Berufsboxerin in den Mund gelegt.
Keine Ahnung was sich der olympische Sportbund dabei gedacht hat! War es nicht Regina Halmich, die über Jahre hinweg selbst übertriebene Gewalt gegen das weibliche Geschlecht angewandt hat? Und für viel Geld öffentlich junge Frauen verprügelte, ohne selbst all zu viel einzustecken? Selbst einen deutschen Trash-Moderator hat sie öffentlich zu Matsch geschlagen und ihm das Nasenbein gebrochen. Also lassen wir in Zukunft unsere Afghanistan-Kämpfer für den Frieden demonstrieren, die AKW-Betreiber gehen gegen Kernkraft auf die Straße und McDonalds gründet eine Initiative gegen Fastfood.
OskarMaria, 30.09.2010

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