Das Internet ist bunt, schillernd und informativ. Doch es ist auch Feindesland, und erbarmungslos mit dem, der nicht hinter die Fassade schaut. Waren es vor Jahren noch zerstörerische Viren und spionierende Trojaner, die unbedarfte User um ihre Daten brachten, sind es heute Searchbots, Email-Adressen-Sammler und anderes nicht-destruktives Ungeziefer, das Webmastern das Leben schwer macht. Mit .htaccess oder robots.txt gibt es zwar Möglichkeiten, sich solche Plagegeister vom Hals bzw. der eigenen Web-Präsenz zu halten. Jedoch ist das eine (.htaccess) nicht ganz trivial zu bedienen und das andere (robots.txt) für manche Searchbots offenbar von eher bittenden als bindenden Charakter - sie ignorieren deren Einträge oft einfach. Hier bietet sich das mit PHP entwickelte Programm page.restrictor von bot-trap.de an.

Der Programmierer des Scriptes äussert sich zum Sinn seiner Arbeit, wie folgt:

" Ich war es ganz einfach leid, bei zig Domains staendig die .htaccess Dateien nachpflegen zu muessen. Ich wollte etwas was ich einmal in meine Seiten integriere und was sich dann selbststaendig immer wieder updated, die Aenderungen jedoch nur an einer Stelle einspeisen muessen. Dazu kam noch der Gedanke dass nicht alle es verstehen mit .htaccess umzugehen oder sogar teilweise keine erstellen duerfen.." Quelle

Das Programm in Betrieb zu nehmen ist relativ simpel. Es muss nur in den Root des eigenen Web-Projektes hochgeladen und danach per require_once(page.restrictor.php) an den Anfang einer vorhandenen index.php eingebunden werden. Das ist alles. Fortan wird jeder Besucher, der die index.php aufruft unbemerkt gegen eine im Script enthaltene Liste einschlägig bekannter Referrer, IP-Adressen bzw. -Bereiche. geprüft. Erfüllt ein Gast eines oder mehrere Kriterien dieser Liste, wird er mit einer roten Hinweis-Seite umgehend als unerwünscht verwiesen. Ein Log namens page.restrictor.log protokolliert jeden Vorgang.

Die Liste wird ständig aktualisiert. Auch eine manuelle Erweiterung ist möglich. Die Möglichkeit, dem Script händisch IP's zuzufügen, birgt allerdings die Gefahr des Missbrauchs. So erlaubt sie beispielsweise jedem beliebigen Boardmaster anhand seiner boardeigenen Online-Liste das Script zu füttern, etwa, um sich unbequeme Boardies vom Hals zu schaffen. Zwar würde eine solche Massnahme nur bis zum nächsten Internetverbindungs-Reset Wirkung zeigen. Auch gegen die Benutzung von wechselnden Proxys wäre sie machtlos. Aber das Script mit solchem Ziel einzusetzen, war von seinen Machern ja auch nicht so gedacht.

Gleichwohl machte die Freundin des Autors, whisper, bekannt für die Teilnahme an Plaudereien der harmlosen Art auf dem Skatsboard überraschend unangenehme Bekanntschaft mit diesem Script. Der entsprechende Thread dazu ist entweder verschwunden oder öffentlich nicht einsehbar. Für eine bestimmte Öffentlichkeit, um genau zu sein.

Alles in allem und so wie von den Machern gedacht, eingesetzt, ist es aber ein interessanter Ansatz, sich gegen die echten Webparasiten wirkungsvoll zur Wehr zu setzen. Auch bei uns läuft es nun nach einem mehrtägigen Testbetrieb dauerhaft und bis zur Stunde tadellos.

Noch ein Hinweis: das Projekt bot-trap.de und seine Block-Liste lebt natürlich von den Hinweisen anderer Webmaster. Neue IP(-Bereiche), Referrer, Spammer. Jeder, der das Programm einsetzt, sei hiermit auch von dieser Stelle gebeten, sich aktiv daran zu beteiligen.

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

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