Seit Tagen ist die größte eMule-Seite nicht zu erreichen: ShareReactor ist aus unbekannten Gründen offline. Über die Gründe schweigt man sich aus, statt handfester Informationen gibt es in den einschlägigen Foren nur wilde Spekulationen. Der Sharereactor Macher Simon Moon ist abgetaucht.

Seit Jahren ist Sharereactor die größte Informationsseite für das eMule-Netzwerk. Der Andrang war so groß, dass zu den Hauptverkehrszeiten im Internet die Seite kaum zu erreichen war. Noch schlimmer stand es um das riesige, vielsprachige Diskussionsboard in denen selbst Finnisch oder Japanisch gesprochen werden konnte. Unter der Last der vielen Besucher brach es häufig zusammen. Die Umgangssprache bei ShareReactor war Englisch, doch der Macher kam aus der Schweiz. Dort wurden auch die Server gehostet.

Völlig egal ob Programm oder Spiel, nicht nur die entsprechenden Links wurden bei Sharereactor offen gehandelt. Die Seite veröffentlichte auch eigene Releases von freien Mitarbeitern und dürfte so ein ständiges Ärgernis für die Softwareindustrie gewesen sein. Doch in der liberalen Schweiz scheint dies im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern noch möglich gewesen zu sein.

Simon Moon war ein autokratischer Herrscher über sein kleines Internetimperium. In den Foren gab er sich meist autoritär und wenig diskussionsfreudig. So verlor das Board hin und wieder eine Vielzahl seiner Moderatoren, über die Gründe schwieg man sich aus. Doch gänzlich sind Simon Moons Internetprojekte nicht aus dem Netz verschwunden. Die eMule-Datenbank jigle.com meldet sich noch immer, das etwas inaktuelle Diskussionsforum gomp ist ebenfalls zu erreichen. Und unter der Simon Moon Domain http://www.respectp2p.org/ findet man die lapidare Meldung: "RESPECTP2P.ORG, we come soon MPAA and RIAA!"

Im IRC-Chatroom von Sharereactor klingt das allerdings anders. Dort lautet die Überschrift: "Unsere Hauptseite und das Forum werden wahrscheinlich nicht zurückkommen. Bitte fragt nicht warum. Wir werden hier darüber berichten, wenn wir mehr wissen!"

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

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