Keinen Spaß scheint die Firma Microsoft zu versehen, wenn es um den im Netz kursierenden Quellcode von Windows 2000 geht. Blieb in der Vergangenheit das rege Tauschen von Betriebssystemen und Office-Produkten meist ungeahndet, so geht der Softwareriese in den letzten Tagen recht rigide gegen die Leute vor, die den Quellcode über Tauschbörsen verbreiten. Der Verlag Heise berichtete heute von solchen Fällen. Doch auch Nachrichtenboards werden beobachtet, wie Tux, der Administrator des Burningboards, heute mitteilte.

In einem Rundbrief an seine Mitglieder berichtet Tux heute, wie Beauftragte der Firma Microsoft heute sein Forum durchsuchten. Unter dem Nick iamabigbadbear (ich bin ein großer böser Bär) verschaffte sich ein Agent der Firma Zugang zum Board und durchsuchte die Foren nach entsprechenden Download-Links. Aber lassen wir Tux selbst erzählen:

Heute im laufe des Tages hatten wir Besuch von Microsoft. Kein Scherz. Über den User Namens "imabigbadbear" durchsuchten Sie anscheinend unser Forum nach Links und Hinweißen zum "Windows 2000 Quellcode".

Als sie mehrere Threads entdeckten Darunter einen im Torrent Forum, so unser Provider (Sunhost.de) pingten Sie den Server an und stellten fest das dieser im Level(3) Rechenzentrum beheimatet ist. Danach hatten Sie Level(3) direkt Angerufen und ihnen gedroht. Level(3) rückte natürlich die Kundendaten(Besitzer) heraus. So konnten Sie unseren Provider Sunhost informieren.

Sunhost erhielt die Zugangsdaten von "imabigbadbear" via Mail, um sich selbst ein Bild von der Sache zu machen. Danach meinten Sie wenn der Link nicht bis um 16 Ihr entfernt wurde drohten Sie damit von Level(3) den Server abschalten zu lassen und Anzeige gegen uns zu erstatten.

Danach Versuchte ein Herr von Sunhost.de mich zu ereichen. Was nach mehreren Versuchen dann auch klappte. Er teilte mir mit, was passiert war. Er war sehr erstaunt und empört über die Vorgehensweise von Microsoft. Kurz nach 16 Uhr kam ich nachhause und wusste jetzt auch nicht so recht wo ich dran war. Deshalb schaltete ich das Board vorsichtshalber mal in den Wartungsmodus. Gegen Abend telefonierte ich noch mal mit dem Herrn von Sunhost. Er fand das ganze von denen sehr merkwürdig. Und das sich eben Level(3) bei Ihm gemeldet hätte, ob sich die Sache jetzt geklärt hätte.

Na ja, wir haben jetzt alle Links von diesem "Windows Code" gelöscht. Sind mal gespannt ob wir mal wieder Besuch bekommen. Aber nächstes Mal schreibt mich doch direkt an. Und nicht Level(3) drohen. Nur weil diese armen Jungs MS Software in Ihrem Rechenzentrum einsetzten.

Das war’s von meiner Seite, das Board ist wieder auf.

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

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