Die Würfel beim Off-Topic-Board (OTB) sind gefallen. Gründer Sascha zieht sich nicht zurück, sondern macht in alter Funktion weiter. Rechtlich kritische Themen werden aus den Foren verbannt. Bei Umbauarbeiten an der Datenbank wurden zudem alle Beiträge gelöscht, jetzt muss neu angefangen werden. Die BoardNachrichten haben gestern ein Interview mit Sascha geführt:

BoardNachrichten: Deine gestrige Entscheidung wurde .mit gemischten Reaktionen aufgenommen. Verständnis, Unverständnis, sogar weinerliches Getue, wie andere Kommentare unterstellten. Als Du zuerst den Kram hinschmeißen wolltest, wolltest Du Dich da von einer großen Last befreien?
Sascha: Sicherlich war das einerseits eine Bauchentscheidung, andererseits wurde diese aber auch nicht ganz ohne "Nachdenken" getroffen. Ich war es leid, die immer gleichen Themen zu lesen, wie z.B. "wie erhöhe ich die eDonkey Geschwindigkeit". Der Gedanke Warez zu streichen kam schon vor langer Zeit, wurde aber auch Teamintern nicht grundsätzlich positiv aufgefasst. Also dachte ich, wir könnten den otb-Donkey (einen extra für unser Board umfunktionierten eDonkey) behalten. Nach der gestrigen Umstellung jedoch, war ich mit dieser Lösung schon nicht mehr zufrieden. Wie war das gleich? War A sagt, muss auch B sagen. Als dann gestern die ganze Kritik auf mich einprasselte, da ich zugegeben auch viel Mist gebaut habe, kam es zu dieser Kurzschlussreaktion und ich trat zurück. Sowohl Mitglieder, als auch Teile des Teams wollten Warez - ich wollte meinen Namen nicht mehr dafür hergeben.

BoardNachrichten: Als du heute morgen wach wurdest, was Dein erster Gedanke in Bezug auf "Dein" Board?
Sascha: Na ja, ich war voll motiviert, denn die Entscheidung fiel ja bereits gestern Nacht. Beeindruckt haben mich viele Beiträge, die teilweise sogar verlangten, ich solle zurückkommen. Allerdings brachte mich das auch in eine verzwickte Lage: Als jemand, der normalerweise zu seinen Entscheidungen steht, fiel es mir nicht leicht zurückzukehren. Das ich dafür viel Gelächter ernten würde und man mir anderen Orts gar "weinerliches Getue" unterstellen würde, war absehbar. Ich denke, in solch einer Situation ist das irgendwo die "Tracht Prügel, die ich verdient habe". Trotzdem gebe ich darauf nicht sonderlich viel.

BoardNachrichten: Die Überzeugung, dass eine Gemeinschaft ohne Warez funktionieren müsste, hattest du sicher etwas länger. Hatte das Schicksal von UNR einen Einfluss auf den Zeitpunkt - jetzt oder nie?
Sascha: Nein, auch wenn es für viele so aussehen mag, steht all das nicht im geringsten Zusammanhang mit "UNR". Das wurde natürlich zur Kenntnis genommen, aber ich wies diesem keine sonderlich große Bedeutung in Bezug auf das OTB zu.

BoardNachrichten: Ist der Administrator AA vom gEb Dein Vorbild?
Sascha: Hehe... mit Vorbildern ist das immer so eine Sache. Ich kann mich mit diesem Denken schwer anfreunden. Jeder ist für sein tun verantwortlich und sollte niemandem nacheifern. Im übrigen kenne ich den Menschen AA gar nicht, weshalb ich mir darum sicher keine Gedanken mache, ABER und das will ich gar nicht leugnen: Ich habe allergrößten Respekt vor ihm, seiner Arbeit und dem, was er aus dem gEb gemacht und erreicht hat. Auch AA hat sicher schon einige Fehler gemacht und musste einiges einstecken, aber ich denke, dass niemand sich ein Bild davon machen kann, was er geleistet hat. Das korrekt einzuordnen maße auch ich mir nicht an. Aber auch, wenn ich ihn nicht kenne, so denke ich, dass er sicher ein netter Kerl ist, dem halt auch manchmal einiges auf den Sack ging... zurücktreten und zurückkehren... früher dachte ich auch immer "Na was denn nun? Hü oder Hott?" Inzwischen sehe ich das ein wenig anders... Fazit: Nein, mein Vorbild ist er nicht, aber mal ein Bierchen mit ihm trinken wäre sicher lustig....

BoardNachrichten: Der Relounch wird nun mit Dir als Administrator stattfinden. Waren alle dafür und wie kam es zu der Entscheidung?
Sascha: Keine Ahnung ob wirklich alle dafür waren. Davon ist aber nicht auszugehen. Von denen, die sich zu Wort gemeldet haben, würde ich aber sagen, begrüßen 95% diesen Schritt. Wie es genau dazu kam, ist leicht erklärt: Das OTB drohte gestern in sämtliche Einzelteile zu zerbrechen. Dass mein Rücktritt solche Ausmaße annehmen würde, war von mir nicht geplant. Viele Beiträge haben mich aber dann im Glauben bestärkt: "Entweder wir ziehen das jetzt durch, oder wir machen den Laden dicht." Ich bin froh, dass wir alle zusammenhalten und einen Versuch wagen - wenn auch ein sehr schwerer Weg vor uns liegt.

BoardNachrichten: Wird das OTB komplett ohne Warez auskommen und was werden die künftigen Schwerpunkte des Boards sein?
Sascha: Ja, es wird absolut keine rechtlich problematischen Themen mehr geben. Die Schwerpunkte sind relativ weit gefächert. Ich denke, gerade jetzt gilt es das Potenzial zu nutzen, welches ein normales Board bietet. Das ist sicher ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte, denn das bringt auch eine Menge Vorteile mit sich. Ich wage sogar zu behaupten, dass wir auch als "Laberboard" unter vielen anderen Foren noch Akzente setzen können und mit neuen Dingen überraschen werden.

BoardNachrichten: Bei den "Umbauarbeiten" wurden alle Beiträge versehentlich gelöscht. Ist der Verlust der Datenbank nicht eher der Versuch eines wirklichen Neubeginns unter Umgehung aller möglichen unfruchtbaren Diskussionen? Entschuldige meine Offenheit, aber es mutet seltsam an, dass alle Daten verloren sein sollen. Gibt es keine Backups?
Sascha: Nein, dass ist nicht der verkappte Versuch eines Neuanfanges ohne Diskussionen. Wenn es so wäre, würde ich es offen sagen, denn das würde nun auch kaum einen Unterschied machen. Es gibt Backups, aber diese wurden vor den ganzen Änderungen und vor dem Anlegen neuer Foren gemacht. Das bedeutet, ich müsste entweder das Backup umbauen, oder Lokal das Board im alten Zustand installieren, das Backup einspielen, die Änderungen erneut vornehmen und alles in den Online-Zustand übertragen. Ich dachte mir, dass dies in diesem Fall nicht nötig ist, denn so trennen wir uns tatsächlich von allem, was bisher war. Und ich sage auch ganz ehrlich: Ich bin inzwischen sehr erfreut darüber, wie es gelaufen ist, auch wenn dies so nicht geplant war.

BoardNachrichten: Wird es im OTB einen Mod-Reset geben?
Sascha: Nein, nicht generell. Einige Moderatoren haben uns verlassen, da diese einfach kein Interesse mehr am OTB zeigten. Zusätzlich kann etwas frischer Wind sicher nicht schaden, aber das wird die Zeit zeigen.

BoardNachrichten: Wie viel Zeit gebt ihr dem "neuen Baby" bis es alleine laufen muss?
Sascha: Komische Frage... wann läuft ein solches "Baby" denn von allein? Auch wenn wir in 3 Monaten mit zehn Mitgliedern herumkrebsen, wird das OTB sicher nicht geschlossen. Im übrigen wird es dazu auch nicht kommen. Ich glaube, man kann da keinen Zeitrahmen vorgeben... wenn das OTB stirbt, dann von ganz alleine und nicht weil jemand den Stecker zieht. Allerdings werden wir gemeinsam alles unternehmen um das nicht zuzulassen.

BoardNachrichten: Geht es dir besser heute? Smile
Sascha: Leichten Schnupfen - danke der Nachfrage Smile

-Das Interview für die BoardNachrichten führte Lucy

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

Go to top