Überraschend ist Sascha, der Gründer und Admin des OTB zurückgetreten. In Frankfurt ist die als 11-Terabyte-Bande in den Schlagzeilen stehende Warezgroup UNR auf Betreiben der GVU dingfest gemacht worden. Wir hatten in der BoardRundschau das Thema aufgegriffen. Es besteht kein ursächlicher Zusammenhang zwischen diesen beiden Meldungen und doch gehören sie zusammen. Warez ist kein Spielzeug mehr für pubertierende Computerfreaks, die auf dem Schulhof eine gute Figur machen wollen.

Durch kommerzgeile Menschen sind im Bereich von Warez inzwischen Dimensionen erreicht worden, die die Strafverfolgungsbehörden auf den Plan rufen mussten. Inzwischen steht Warez eindeutig für kriminell, harte Strafen und verpfuschte Leben. Wenngleich das Internet noch immer viele anarchische Strukturen aufweist, so ist es doch kein rechtsfreier Raum und auch nicht anonym. Das gEb und auch in gutem Ansatz auch das WbC haben es vorgemacht. Warez und eine funktionierende Forengemeinschaft passen nicht zusammen.

Zuviel steht für den Betreiber auf dem Spiel. Wer mit seinem Namen dafür gerade stehen muss, obendrein bei einer de-Domain, der überlegt sich dreimal, wie viel der Spaß und die Geilheit einiger weniger Unbelehrbarer wert sein mag, immer die neusten Versionen von populären Computerprogrammen aus dem Netz zu ergattern. Sascha wollte im OTB die Wende einleiten und - er ist gescheitert. Der Widerstand im Team und bei den Mitgliedern ließ ihn letztlich einen Weg gehen, der ihm sicher sehr schwer gefallen ist. Sein Baby in dem Wissen alleine gehen zu lassen, dass es scheitern wird. Eine gewisse Depression ist bei ihm unverkennbar.

Sascha im OTB: Ich weiß persönlich nicht, wo ewig langes reden hier den Unterschied gemacht hätte, da man dann auch keine Lösung gefunden hätte, die allen zusagt. Vielleicht hätte man länger über Veränderungen reden sollen - ich weiß es nicht... aber ich bin´s leid und ich habe auch keine Lust mehr..... ...aber er steht auch zu den Anfängen des Forums, von ihm selbst eingeleitet. Lediglich die mangelnde Einsicht, dass eine Um- oder Abkehr nötig ist, wird schließlich von ihm kritisiert und hat ihn die Konsequenzen ziehen lassen.

Sascha im gEb: Warez und community passen nicht zusammen. Nur ist dieses nur einer der Gründe und ebenso einer derer, die ich zu spät erkannt habe. Das ist mir zuzuschreiben. Mir schwebt eine Community aktiver User vor, die ohne Altlasten auskommt. Ich habe allergrößten Respekt vor dem Weg, den das gEb gegangen ist (und das sogar erfolgreich) und wünsche mir, dass das otb den gleichen Weg einschlägt. Allerdings befürchte ich, dass dies nicht der Fall sein wird. In Hinsicht "Warez weg" gab es viel Gegenwind aus Richtung der Member und teils auch aus den eigenen Reihen. Ich möchte nun nicht als der dastehen, der das mal einfach so entscheidet. Insofern Member und Team sich dort entscheiden das otb mit Warez weiterzuführen, ist das sicherlich ok. Man wird erkennen müssen, dass das auf Dauer nicht praktikabel ist. Ich werde mir nun einen Urlaub gönnen und evtl. eines Tages eine neue Community starten, weit ab von gEb, otb, Forennews & Co. Das Internet ist doch ziemlich groß... so ganz ohne Warez Altlasten. Wahrscheinlich eine sehr kleine, aber feine - und aktive - Community, die einfach Spaß am Boarden haben und sich nicht zum 100. Mal Gedanken machen, wie sie den Speed des eDonkeys erhöhen können. Ich bin diese Themen leid. Ein weiterer Grund ist, dass ich einfach müde geworden bin, sowas Zeit in etwas zu investieren, was über kurz oder lang einfach verändert werden muss. Man hätte im Nachhenein betrachtet das ganze anders angehen sollen, aber nun gut... ich gestehe gern Fehler ein und muss auch zugeben, dass ich anfangs gern gesehen habe, wie das Board bedingt durch Warez ständig wuchs... die Erkenntnis, dass es zwar nominell wächst, aber die aktivität eher zurückgeht kam viel zu spät und war mein Fehler. Trotzdem hoffe ich für das otb, dass es noch lange lange bestehen wird, dann werde ich sicher immer ein treuer Member sein.

Sascha - dem ist nichts hinzuzufügen und es bleibt die Hoffnung, dass die neuen Macher des OTB sich dreimal überlegen, was gut, richtig und wichtig ist.

Weitere Meldungen zum Off-Topic-Board:

Off-Topic-Board öffnet Registrierung

Frischer Wind durch die OTB-Foren

Sternenhimmel im OffTopic

Neues Board mit selbst gecodeter Software

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

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