Francisco Burzi hat eine neue Version des OpenSource-Programms phpNuke herausgegeben. Im Moment steht das Programm aber nur zahlenden Mitgliedern seines Clubs zur Verfügung. In etwa 14 Tagen soll es öffentlich freigegeben werden. Die BoardNachrichten konnten die neue Version bereits vorab testen und setzen diese seit gestern hier ein. Selten verlief ein Update chaotischer.

Noch immer ist phpNuke das populärste Content-Management-System (CMS) im Internet und wird auf über 100.000 Webseiten eingesetzt. Es ist kostenlos, OpenSource und wird von Francisco Burzi mehr oder weniger im Alleingang "weiterentwickelt". Die Sache sieht vereinfacht etwa so aus: Kompetente Anwender entwickeln neue Anwendungen, schließen Sicherheitslücken oder verbessern den Quellcode. Aus diesen Verbesserungen, Neuentwicklungen und aus anderen Software-Projekten bedient sich Francisco und bastelt, so wie beim Spielen mit Lego-Bausteinen, immer wieder eine neue Versionen von phpNuke zusammen.

Durch einige Hackerangriffe auf die eigene Webseite wurde im Frühjahr drastisch aufgezeigt, dass der Code zahlreiche Sicherheitslücken aufweist und dringend verbessert werden müsste. Das brachte Schwung in die Weiterentwicklung und seither gibt es bereits vier neue Versionen, die alle mehr oder weniger der Fehlerbeseitigung dienten. Außerdem wurde das Forenprogramm phpBB 2.05 immer weiter in das Programm integriert und übernimmt nun eine Vielzahl von Funktionen in phpNuke. Doch das bringt neue Probleme bei einem Update der Software.

Entsprechend chaotisch verlief bei den BoardNachrichten das gestrige Update der Software. Im Prinzip sollte alles sehr einfach sein, denn in der neuen Version sind entsprechende Update-Routinen vorhanden. Die meldeten auch brav, dass die neue Version jetzt fix und fertig wäre. Doch danach sah unsere Startseite ziemlich chaotisch aus. Fehlermeldungen wohin auch das Auge blickte. Es stellte sich heraus, dass durch die weiter vollzogene Integration von phpBB inzwischen viele Routinen von diesem Programm übernommen werden. Dadurch waren in der Datenbank viele neue Tabellen und Felder hinzugekommen, andere werden nicht mehr benötigt und einige Namen von Datenfeldern hatten sich geändert.

Den Upgrade-Routinen waren diese Veränderungen offensichtlich egal, verändert hatten sie nichts. So musste jede Tabelle und jedes Feld in der Datenbank von Hand überprüft werden: Einiges wurde gelöscht, viele Tabellen mussten mit phpMyAdmin neu installiert und einige Felder auch umbenannt werden. Zusätzlich waren Sprachdateien unvollständig und Zusatzmodule kamen mit der neuen Version nicht zurecht, so dass am Code geschraubt werden musste. Dass gestern Nacht bei den BoardNachrichten doch noch alles aktiviert werden konnte, grenzt an ein Wunder.

Unerfahrenen Anwendern kann man solch ein phpNuke keinesfalls empfehlen. Man hat den Eindruck, dass es bei den vielen neuen Versionen darum geht, die zahlenden Mitglieder im phpNuke-Club bei Laune zu halten. Und bereits angekündigt: Bald will Francisco Burzi mit der Version 7.0 eine neue Runde im phpNuke-Patchwork einläuten.

PS: Bei so vielen Änderungen kann eine Installation nicht fehlerlos vollzogen werden. Wer bei den BoardNachrichten Fehler entdeckt, möge diese nicht für sich behalten. Einfach ein kurzes eMail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

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