Genau ein Jahr ist es her, da berichteten die BoardNachrichten über die Prao-News und Newsticker.to. Die Prao-News waren eine dem Prao-Board (Prao=porn request and offering) angeschlossene Nachrichtenseite, Newsticker.to lieferte eine Laufschrift mit angeblichen Nachrichten dazu und unterhielt selbst ein Newsprojekt. Doch statt richtigen Nachrichten erhielten die Leser nur eine Menge Links, von denen eine große Anzahl zu Dialer-Seiten oder kommerziellen Pornolieferanten führten. Öffentlich wollte niemand für diese Beutelschneiderei verantwortlich sein, obwohl Computer, Chef des WbC-Boards, auch als Administrator des Praos verantwortlich zeichnet. Doch jetzt ein Jahr danach erreichte uns eine neue, zusätzliche Bestätigung der alten Geschichte.

Die Südseerepublik Tonga ist verantwortlich für die Top-Level-Domain to und gibt als einziger Registrar den Namen der Domaininhaber nicht preis. Will man also die Verantwortlichen für to-Domains ermitteln, so ist das nur über den Hoster oder über die IP-Nummer des Servers zu bewerkstelligen. Für die dubiose Newsseite newsticker.to wollte vor einem Jahr niemand zuständig sein - besonders nicht Computer, der als Chef eines großen Boards einen Ruf zu verlieren hatte. Die BoardNachrichten informierten in mehreren Beiträgen (1, 2, 3) über den dubiosen Charakter dieser News-Seiten.

In unserem Diskussionsforum Board-Rundschau gab es deshalb auch eine heftige Debatte. WbC-Co-Administrator Weazle schreib zum Thema: "Ihr habt in Eurem Artikel geschrieben, dass Computer eine Verbindung zum Newsticker.to hat. Gelogen." Alpha2503, Administrator des Prao, haute in die selbe Kerbe: "...WENN Computer Admin des PRaOs wäre und WENN er alles Geld aus den noch so fiesen Dialern kassieren würde und WENN ihm auch noch Newsticker.to gehören würde (Diese Seite hat mal abgesehen davon absolut nichts mit dem PRaO zu tun... Wenn sie zufällig auf dem selben Space liegt kann ich auch nichts dafür... Ich kenne nicht mal die Betreiber von dem Ding näher)..." Dafür wusste es Blake2001 noch besser: "newsticker.to gehört einem Ex-Member der JokerNews. Der nannte sich früher mal McFun jetzt Cyron."

Doch vor einigen Tagen errechte uns ein interessantes Rundschreiben des Prao-Boards. "Die Prao-News sind wieder online", lautete die Überschrift. Normalerweise wandern solche Mitteilungen in die elektronische Mülltonne, doch die Adresse der Prao-News lässt aufhorchen. Sind die News doch unter der bekannten Adresse newsticker.to untergebracht. Offensichtlich hatte man bei den Verantwortlichen mit dem kurzen Gedächtnis des Internets gerechnet und meinte, niemand würde es heutzutage auffallen, wenn man die Adresse ein Jahr später wieder aktiviert. Und so wurde unter Beweis gestellt, was die BoardNachrichten vor einem Jahr zwar vermutet hatten, aber nicht zu behaupten wagten. Es gibt die direkte Verbindung zwischen den Verantwortlichen des Prao-Board, des WbC und den Machern von newsticker.to, die damals so vehement abgestritten wurde.

Bleibt am Schluss noch eine besonders peinliche Pointe. Jener Blake2001, der auch zu den virtuellen Nebelkerzenwerfern gehörte, war niemand anders als der für seinen höchst eigenwilligen Umgang mit der Wahrheit bekannte DocViper aka Porter aka Michel.

Kurznachrichten & Personalien

Menschen als Soldaten untauglich

Dmitri Ostaptschuk, Leiter der russischen Staatsfirma 766UPTK, zeigt sich als Menschenfreund und erklärt die Vorzüge von Kampfrobotern.
"Die Reproduktion eines menschlichen Soldaten dauere knapp 20 Jahre, darunter neun Monate im Mutterleib, 18 Wachstumsjahre und mindestens ein Jahr Gefechtsausbildung. Das ist unverzeihlich lang, wenn die Kriegsverluste groß sind.
Um einen ausgefallenen Kampfroboter zu ersetzen, braucht man nur zwei Monate – und das in der Friedenszeit. Im Krieg würde diese Zeit sogar auf wenige Tage gekürzt werden – entsprechende Technologien sind bereits erprobt worden.
Jeder Soldat, auch wenn er in der Ausbildung sehr gut war, wird in einem echten Kampf vom Selbsterhaltungstrieb gepackt, wodurch er völlig seine Gefechtsfähigkeit verlieren kann. Roboter haben dieses Problem nicht."

Abgesehen davon, dass man in einer Welt nicht leben möchte, in der Kampfroboter Menschen abschlachten, entlarvt den Mann dessen Sprache. Der Mensch wird zum Material, wird entmenschlicht und als untauglich disqualifiziert. Das kennt man aus der Geschichte in der despotische Herrscher die Menschen in tauglich und untauglich sortierten. Und die Untauglichen in KZs oder Gulags entsorgten.
OM 30.11.17

Siemens und das russische Geisterkraftwerk Taman

Der ukrainische Militärblogger Dmytro Tymchuk war einer der wenigen verlässlichen Autoren in der heißen Phase des russischen Krieges gegen die Ostukraine. Der Mann ist heute Parlamentsabgeordneter. Wenn seine aktuellen Ausführungen zu jenen Siemens-Turbinen stimmen, dann ist jenes Kraftwerk in Taman, an das jene Siemens Turbinen geliefert wurden, nichts als eine Schimäre. Von Russland in die Welt gesetzt, damit man mit den Bauteilen ungehindert  ein Kraftwerk auf der Krim ausrüsten kann. Nach seinen Aussagen hätte das Siemens wissen müssen. Das dürfte sich für Siemens noch zu einem großen Problem aufbauen.

OM, 26.07.2017

Minderheitenschutz

Donald Trump, frisch gewählter Präsident der USA, genießt als Rechtspopulist Minderheitenschutz. Den gewährt ihm zumindest das amerikanische Wahlsystem. Denn nach einer aktuellen, aber noch nicht vollständigen Auszählung der Wählerstimmen bekam die unterlegene Kandidatin Hillary Clinton etwa eine Million mehr Wählerstimmen als der Trumpinator. Der Grund ist das dortige Wahlsystem, das über das System der Wahlmänner die Wähler kleinerer Staaten etwas bevorzugt. Das Lamentieren ob solcher Ungerechtigkeiten hilft jedoch nichts - der Mann ist rechtmäßig gewählt.

OM, 16.11.2016

Nachtrag: Inzwischen ist der Vorsprung von Clinton weiter angewachsen. Während Trump nur 62,2 Millionen Wählerstimmen erreicht hat, kommt Clinton inzwischen auf 64,2 Millionen - also zwei Millionen Stimmen mehr. Das ändert aber am Wahlergebnis nichts.

OM, 23.11.2016

Von oben legitimierte Korruption

Micheil Saakaschwili, Gouverneur der Region Odessa/Ukraine, ist von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt ist eine direkte Kritik am ukrainischen Präsidenten  Poroschenko, dem er vorwirft,  zwei korrupte Clans in der Region zu unterstützen. Saakaschwili war bis 2012 Präsident von Georgien, kämpfte dort erfolgreich gegen Korruption. Inzwischen wird gegen den Mann in Georgien wegen Amtsmißbrauch ermittelt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die EU hält dieses Vorgehen für politisch motiviert.
OM, 07.11.2016

Jedem Kalle eine Rolex

Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge soll dieses Jahr bei der Einreise nach Deutschland zwei Luxusuhren im Wert von ca. 100.000 € ins Land geschmuggelt haben. Das Amtsgericht Landshut habe deshalb einen  hohen Strafbefehl erlassen, meldet Focus vor wenigen Tagen. Diese Nachricht konnte man quer durchs Boulevard lesen, wäre also keine Notiz wert. Rummenigge war aus Katar gekommen & hatte in offiziellem Auftrag dort ein Stadion für die Fußball-WM 2022 besichtigt. Angeblich hätte ein Freund ihm die Uhren geschenkt. Da stellt sich doch automatisch die Frage, was war das für ein guter Freund? War es vielleicht ein Geschenk, um die umstrittene Vergabe der WM in den Wüstenstaat etwas akzeptierter zu machen? Wurden damit evtl. deutsche Fußball-Funktionäre geschmiert oder bestochen? Da schweigt das Boulevard & Rummenigge sowieso. OskarMaria, 24.09.2012

Go to top